Vita des Künstlers
Alfred Karl Maria Kreutzberg
Der Künstler
Wer könnte die Vita des Rechtsanwaltes und Künstlers Alfred Karl Maria Kreutzberg besser schreiben als er selbst? Ist er doch ein Mensch, der mit Worten genau so gut umzugehen versteht wie mit Spachtel, Pinsel und Farben. Lassen wir ihn also selbst erzählen:
"Im Jahre 1947, im Dezember, es war der Achtzehnte, wurde ich geboren und zwar in Marktbreit in Unterfranken, als Kind der Mediziner und Orthopäden Dres. Elisabeth und Alfred Kreutzberg. Den Eifelmaler Pit Kreuzberg muss ich erwähnen, da er mit mir näher verwandt ist als das fehlende T im Namen vermuten lässt. Er verstarb 1967 hier in Bad Honnef.
Meine Eltern zogen nach der Währungsreform nach Duisburg-Hamborn, wo sie eine Anstellung fanden. Hier besuchte ich die Volksschule und anschließend das Leibnitz-Gymnasium. Als "Gerechtigkeitsfanatiker" studierte ich Rechtswissenschaften an den Universitäten in Bonn und München. Während des Studiums lernte ich meine Frau im Seminar kennen und es trennten sich nach der Heirat im Jahre 1971 die Berufswünsche. Sie wurde Staatsanwältin und übt ständig Toleranz mit mir, ich wurde selbständiger Rechtsanwalt und blieb Künstler. Meine wichtigsten forensischen Stationen als selbständiger Anwalt sind neben den Oberlandesgerichten der Bundesgerichtshof in Zivilsachen und das Bundesverwaltungsgericht in Berlin, bei denen ich die Ehre und Freude hatte, plädieren zu dürfen.

Gleichwohl blieb mir nachts die Zeit ständig zu malen. Seit dem fünften Lebensjahr, das heißt, seitdem ich feste Erinnerungen habe, male, kritzle und gestalte ich, ganz gegen den Strich der Zeit, vom Normalbürger her gedacht! "Du malst wie Picasso!" sagte unser Kindermädchen zu mir, mit erhobenem Finger. Mahnend vor mir stehend, sehe ich sie noch heute in ihrem Kittel. Für mich war Picasso das Größte, für sie war es das Unverständlichste.

Nach vielen Jahren trafen wir uns anläßlich der Beerdigung meines Vaters wieder. Ich sprach sie darauf an und sagte ihr, ich male noch immer. Weißt du noch wie du zu mir gesagt hast "Du malst wie Picasso"? Worauf sie mir jetzt leicht über die Schulter streichelte und aufrichtig tröstend sagte: "Du, das war gar nicht so gemeint!" Diese herrliche Episode zeigt, dass sich ihr Kunstverständnis noch nicht zu Gunsten Picassos gewandelt hat und so blieb, wie es viele in den fünfziger Jahren gesehen hatten.

Meine erste Ausstellung hatte ich mit neunzehn Jahren im Erzbischöflichen Vikariat zu Essen. Damals setzte ich die Preise meiner Bilder so hoch an, dass ich möglichst keins verkaufen musste. Ich konnte mich einfach nicht davon trennen. Die Bilder, die ich damals malte, sind mittlerweile verschwunden. In der Malerei ging es immer weiter. Tuschezeichnungen im kleinsten Format, einige wenige Ölbilder, soweit es die finanzielle Situation zuließ, Skulpturen mit verschiedenen Materialien wie Eisen und Magnesium, oder in Ton, Kreidezeichnungen und nicht zuletzt Malereien mit Buntstiften, wobei in den letzten Jahren die Ölkreide und Ölfarben im Vordergrund meines Schaffens stehen.

2002 entschloss ich mich, mit meinen Werken an die Öffentlichkeit zu gehen, die es mir leicht macht, zu meiner Behinderung zu stehen, die ich seit zehn Jahren mit der Parkinsonschen Krankheit trage. Weder bei der Kunst, noch im Beruf, geschweige denn in der Lebensfreude, gebe ich ihr bei mir eine Chance. Der Klügere gibt nicht nach - er muss allerdings kreativ sein. Vor Jahren - so mache ich jetzt meine Scherze bei Vernissagen - habe ich den lieben Gott gebeten, "Lass mich zittern", damit ich gute Palmen malen kann. Er erhörte mich, ließ mich zittern, vergaß aber die Sache wieder abzustellen, weil er für wichtigere Dinge Zeit brauchte.

Unter anderem stellte ich 2002, 2003, 2004 in den Kinkel-Stuben zu Oberkassel aus, ebenso in der Kunsthalle der Stadt Bad Honnef, im Rathaus der Stadt Bad Honnef, In der Europa-Vision-Art-Galerie Rheinbreitbach, im Maritim-Hotel Königswinter, im Bredershof und im Bungertshof in Oberdollendorf, sowie in Süddeutschland "In der kleinen Galerie" am Tegernsee.

Jeden Tag feiere ich die Geburt eines neuen Bildes. Man ist süchtig, lebt süchtig, wird aber hierfür - Gott sei Dank - nicht bestraft, sondern durch die Freude und Gefühle des Betrachters belohnt, wenn er die Seele des Bildes entdeckt: mich."


Alfred Kreutzberg

Alfred Kreutzberg